Wenn ich dachte, der Ausflug nach Cerro Pa’u wäre schon ein Abenteuer gewesen, dann hat mich dieser Sonntag eines Besseren belehrt. Diesmal ging es nach Salto Cristal — und es wurde zu einer der aufregendsten Fototouren, die ich bisher gemacht habe.
Ein Weg, der zur Herausforderung wurde
Es hatte in der Nacht davor geregnet, und man merkte es sofort: Die Erde war aufgeweicht, alles wirkte matschig und schwer. Wir waren mit dem Auto ohne Allrad unterwegs — was sich im Nachhinein als gewagte Entscheidung herausstellte. Mitten auf dem Weg blieben wir fast in einer halben Meter tiefen Schlammschicht stecken. Das Auto rutschte, drehte sich zur Seite, wie es auf solchen Wegen eben passiert — irgendwie schon fast normal, wenn man öfter im Gelände unterwegs ist. Aber normal fühlt es sich trotzdem nie ganz an, besonders wenn man mitten im Nirgendwo steckt.
Und genau das waren wir: mitten im Nirgendwo. Nebel und tief hängende Wolken um uns herum, ein leichter Regen, der nicht aufhören wollte, und das nächste Haus gute 20 Kilometer entfernt. Kein Handyempfang, keine Abkürzung, nur wir, das Auto, der Schlamm und die Kamera um den Hals. Ein kleines Abenteuer, das einem klarmacht, warum man diese Ausflüge überhaupt macht — nicht nur wegen der Bilder, sondern auch wegen solcher Momente.
Wenn schlechtes Wetter zum Glücksfall wird
Das Verrückte daran: Ausgerechnet dieses Wetter, das uns fast im Schlamm hat stecken bleiben lassen, hat den Fotos eine Stimmung gegeben, die man sich kaum hätte planen können. Der Nebel hat der Landschaft etwas Geheimnisvolles gegeben, fast Unwirkliches.
Zwei Bilder sind mir aus diesem Tag besonders im Kopf geblieben. Das eine zeigt einen einzelnen Baum, der wie eine Silhouette aus dem dichten Nebel herauswächst, gerahmt von Blättern im Vordergrund — fast so, als würde man durch ein Fenster in eine andere Welt schauen. Das andere, mittlerweile eines meiner Lieblingsbilder überhaupt, zeigt eine Kuh, die still im hohen Gras steht und direkt in die Kamera blickt, während sich hinter ihr alles im Weiß des Nebels auflöst. Sie wirkt fast wie eine Erscheinung — ruhig, geduldig, so als würde sie genau wissen, dass sie gerade fotografiert wird.


Ein Tag, der es in sich hatte
Rückblickend war dieser Ausflug nach Salto Cristal einer dieser Tage, die man nicht so schnell vergisst. Nicht wegen des Wasserfalls selbst, sondern wegen allem, was auf dem Weg dorthin passiert ist. Der Schlamm, das Rutschen, die Ungewissheit, wie wir wieder zurückkommen, und dann diese beinahe magischen Momente mit dem Baum und der Kuh im Nebel.
Genau solche Tage zeigen mir, dass Fotografie mehr ist als nur ein gutes Bild am Ende. Es ist der ganze Weg dahin — inklusive Schlamm bis zu den Knien.
Bis zum nächsten Sonntag — hoffentlich mit etwas trockeneren Wegen!


