Meine Woche: Um 4 Uhr morgens im Wald, ein Hase im Mondlicht und ein Tag voller Tiere

luna menguante sobre el salto suizo

Meine Woche: Um 4 Uhr morgens im Wald, ein Hase im Mondlicht und ein Tag voller Tiere

Diese Woche hat mit einem der ungewöhnlichsten Starts begonnen, die ich bisher hatte: Wir waren schon um 4 Uhr nachts unterwegs, mitten im Wald am Salto Suizo. Es war stockdunkel, nur der Mond gab ein wenig Licht, und die Geräusche des Waldes waren auf einmal viel lauter als tagsüber. Genau in diesem Moment ist mir zum ersten Mal ein Hase vor die Linse gelaufen — mein allererster Hase, den ich in freier Wildbahn fotografieren konnte. Er war natürlich viel zu schnell und schreckhaft für ein richtig scharfes Bild, aber genau dieser Moment hat mich dazu gebracht, den Mond selbst zu fotografieren, der über uns stand, während wir im Dunkeln auf das erste Licht des Tages warteten.

Die Dämmerung im Wald: Von Salto Suizo zu Salto Mirabell

Als es langsam heller wurde, sind wir zu Fuß weiter in den Wald hinein — von Salto Suizo aus in Richtung Salto Mirabell und der Umgebung. Das ist genau die Zeit, in der der Wald am meisten lebt: Vögel werden aktiv, das Licht ist weich und golden, und man muss nur geduldig genug sein, um die richtigen Momente zu erwischen.

Wir hatten großes Glück. Eine Urraca Negra mit ihrem leuchtend gelben Bauch ließ sich wunderbar ablichten, dazu kamen noch viele andere Vögel vor die Kamera. Zwischendurch sind wir an einem Aussichtspunkt mit einer schlichten Holzbank vorbeigekommen — ein Ort, an dem man einfach kurz stehenbleiben und die Aussicht genießen musste, bevor es weiterging. Und natürlich durften die beiden Wasserfälle nicht fehlen: Salto Suizo und Salto Mirabell, beide auf ihre eigene Art beeindruckend, umgeben von dichtem, grünem Wald.

cascada alta entre selva con persona
urraca negra pecho amarillo en rama
puente colgante de madera junto a cascada

Weiter nach Villarrica: Ein Park voller Überraschungen

Nach dem Vormittag im Wald ging die Reise weiter nach Villarrica, in einen Park, der uns nochmal eine ganz andere Seite der Tierwelt gezeigt hat. Dort habe ich Gänse fotografiert, die sich in aller Ruhe am Wasser aufhielten, und sogar ein Capybara vor die Linse bekommen — für mich immer wieder ein besonderer Moment, weil man nie weiß, wann man das nächste Mal eines sieht.

Der absolute Höhepunkt des Tages war aber, als ich versteckt auf einem Baum einen Urutaú entdeckt habe. Dieser Vogel ist ein wahrer Meister der Tarnung — er verschmilzt so perfekt mit der Rinde des Baumes, dass man ihn fast übersieht, selbst wenn man direkt davorsteht. Es hat eine Weile gedauert, bis ich ihn überhaupt gefunden habe, aber als es dann geklappt hat, war die Freude riesig. Ein wirklich schöner, fast niedlicher Vogel, wenn man ihn erst einmal entdeckt hat.

Zum Abschluss des Tages sind mir noch ein paar Flugaufnahmen gelungen — Tauben im Anflug auf das Wasser, mit den Flügeln weit ausgebreitet, und eine Wasserschildkröte, die sich gemütlich am Ufer sonnte.

detalle ojo azul de ganso
urutau camuflado en rama 02
tortuga de orejas rojas sobre tronco

Ein Tag, der alles hatte

Von absoluter Dunkelheit um 4 Uhr morgens bis zum hellen Sonnenlicht am Nachmittag in Villarrica — dieser Ausflug hatte wirklich alles: Geduld, Überraschungen, ein bisschen Abenteuer und am Ende jede Menge wunderschöner Bilder. Der erste Hase im Mondlicht, der versteckte Urutaú, das Capybara am Wasser — genau solche Tage zeigen mir immer wieder, warum sich das frühe Aufstehen und das stundenlange Warten am Ende immer lohnt.

Bis zum nächsten Sonntag!

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